Nicht nur wir Menschen können krank werden, auch Kaninchen können krank werden. Wir stellen euch in dieser Rubrik die 3 häufigsten und wichtigsten Kaninchen-Krankheiten vor und auch, was ihr tuen könnt, um das Erkrankungsrisiko des Kaninchens zu vermindern!

 

Kaninchen müssen genau beobachtet werden, denn man sieht meist nicht mit dem ersten Augenblick, ob ein Kaninchen krank ist! Wenn du unsicher bist oder Anzeichen einer Krankheit (z.B. wenn es sich wenig bewegt oder weniger futtert), suche sofort einen Tierarzt auf!


Der Kaninchenschnupfen (Rhinitis contagiosa cuniculi) ist eine häufige und stark ansteckende Infektionskrankheit bei Kaninchen. Betroffene Kaninchen sondern aus ihrer Nase vermehrt Sekret ab. Oftmals zeigen sie weitere Symptome wie Niesen, Atemnot oder auch gerötete Augen. Verschiedene Krankheitskeime, meist Bakterien, können den Kaninchenschnupfen auslösen.


Ursachen: 

Verschiedene Bakterien können vor Allem im Winter das Kaninchen befallen. Durch direkten Kontakt mit Artgenossen oder durch das Niesen kann der Erreger schnell weitertransportiert werden und kann so das nächste Opfer befallen. Stress, ungewohnte Umgebung, enger Wohnraum, falsche Fütterung und schlechte Hygiene sind Faktoren, die die Ansteckung des Kaninchens begünstigen.

 

Symptome: 

Kaninchenschnupfen gehört zu den etwas leichter zu erkennenden Kaninchenkrankheiten. Man kann beim Auftreten der Krankheit ein Sekret bemerken, das aus der Nase ausfließt und das Fell um die Nase verklebt. Auch die Pfoten sind dann evtl. mit Sekret bedeckt und verklebt, wenn das Kaninchen beim Putzen in Kontakt mit dem Nasensekret kommt. Die Nase und die Augen sind meist gerötet und/oder eitrig entzündet. Ungewohnte Atemgeräusche, häufiges Niesen und das Atmen durch den Mund, was für gesunde Kaninchen untypisch ist, sind weitere Symptome des Kaninchenschnupfens. Im weiteren Verlauf kann es zu Lungenabszess, Lungenentzündung, Atemnot, Futterunlust, Kopfschiefhaltung und Mittelohrentzündungen kommen, das jedoch nur, wenn die Krankheit nicht rechtzeitig bemerkt und vom Tierarzt behandelt wird.

 

Diagnose und Behandlung: 

Beim Auftreten oben genannter Symptome ist es empfehlenswert, sofort ein Tierarzt aufzusuchen. Dieser wird zunächst die Lunge das Kaninchen mit einem Stethoskop abhören, um festzustellen, wie weit sich die Erreger schon ausgebreitet haben. Es werden dem Kaninchen dann für die Dauer von einigen Wochen Antibiotika verabreicht, die die Bakterien abtöten oder sie im Wachstum hämmen sollen.Während der Behandlungszeit müssen die Medikamente regelmäßig dem Kaninchen verabreicht werden und es ist stets auf gute Hygiene zu achten!

 

Prognose: 

Wenn man die Krankheit schnell bemerkt, sind die Antibiotika meist recht wirksam und können das Kanicnhen heilen. Jedoch können Kaninchen rückfällig werden, d.h. wenn sie einmal befallen waren kann es immer wieder sein, dass sie wieder erkranken. Wie bei allen Krankheiten gilt hier: Je schneller man sie bemerkt, desto besser stehen die Chancen, den schluffigen Patienten komplett zu heilen.

 

Vorbeugung: 

Kaninchen sollten einen großen Freiraum haben, damit sie nicht ihre Artgenossen anstecken. Wer sein Kaninchen innen hält, sollte den Käfig nicht in der Nähe von Heizungen oder Luftzügen platzieren. Das richtige Futter kann das Kaninchen widerstandsfähig machen und ihm wichtige Nährstoffe geben, die das Immunystem stärken. Hygiene spielt auch eine große Rolle: Wer regelmäßig Streu & Stroh wechselt, hält bestimmte Erreger fern. Wer auf Nummer Sicher gehen will, kann seinenn  Schluff auch zur Impfung gegen Kaninchenschnupfen bringen. Mehr dezu weiß der Tierarzt!


Wenn ein Kaninchen an Durchfall (Diarrhö) erkrankt ist, scheidet es keinen festen, sondern weichen bis halbflüssigen Kot aus. Dadurch kann es zu Entzündungen der Haut am After kommen. Die meist durch Magen-Darm-Infektionen oder ungewohntes Futter hervorgerufene Krankheit kann auf Dauer sehr gefährlich sein, da das Kaninchen sehr viel Wasser verliert.


Ursachen: 

Die Ursachen liegen meist bei einer Magen-Darm-Infektion oder einer Futterumstellung. Das führt zu der Reizung der Darmschleimhaut. Schließlich entzündet sie sich. Die Darmzellen, die dem Kot beim gesunden Kanicnhen normalerweise Wasser entziehen, sterben ab und funktionieren nur noch bedingt. Die Folge: Durchfall. Auch eine Viren-, Bakterien- oder Würmerinfaktion sowie zu viel Getreideaufnahme kann Grund für die Krankheit sein. Auch das gelegentlich vorkommende Konsumieren von giftigen Pflanzen wie Oleander oder Alpenveilchen ist an sich nicht schädlich, kann aber auch manchmal zu Durchfall beim Kaninchen führen.

 

Symptome: 

Zuerst scheidet das Kaninchen helleren und weichen Kot aus, welcher aber keinesfalls mit dem ebenfals weicheren natürlichen Blinddarmkot, der zur Aufnahme von Vitaminen und Mineralien (auch beim gesunden Kaninchen) dient. Dieser hat aber die Farbe wie "normaler" Kot. Im weiteren Verlauf kann es auch zur Absonderung von Sekret an den Geschlechtsdrüsen oder Verklebung am After sein. Durch den großen Wasserverlust durch den Kot kann der Durchfall auch lebensbedrohlich werden (z.B. durch Bewusstlosigkeit, ...), wenn man ihn nicht behandelt. Das ist aber selten der Fall.

 

Diagnose und Behandlung: 

Beim Auftreten oben genannter Symptome ist es empfehlenswert, sofort ein Tierarzt aufzusuchen. Du solltest ihm schon direkt Kotproben des betroffenen Kaninchens mitholen und ihn auch über den Gesundheitszustand von Mitbewohnern informieren sowie andere Fragen des Tierarztes ehrlich beantworten. Die Proben nimmt der Tierarzt dann mit ins Labor und kontrolliert genau die Zusammensetzung und die Beschaffenheit des Kots. Dann gibt er weitere Anweisungen. Man sollte dem Kaninchen während der Behandlung genug frisches Wasser zur Verfügung stellen. Wenn Grund der Erkrankung eine Futterumstellung ist, sollte man wieder auf das alte Futter umsteigen. Sind Infaktionen der Auslöser kann man dem Kaninchen Antibiotika (gegen Bakterien) verabreichen oder es in eine Wurmkur (gegen Würmer) schicken.

 

Prognose: 

Eine allgemeine Prognose gibt es nicht, jedoch ist das Kaninchen meist gerettet, wenn die Darmentzündungen verheilt sind.

 

Vorbeugung: 

Man kann aufgrund vieler verschiedener Formen des Durchfalls diese Krankheit nicht sicher vorbeugen, jedoch das Risiko auf eine Erkrankung verringen, z.B. durch ausgewogene Ernährung, gute Hygiene und genügend Auslauf. Wenn man eine Futterumstellung plant, sollte man das langsam durchführen.


Kaninchen können an Milben erkranken. Es gibt zwei verschiedene Arten von Milben: Die Fellmilben, auch Raubmilben genannt und die Ohrmilben. Die Fellmilben sind Parasiten, die sich im Fell und auf der Haut das Kaninchens festsetzen. Ohrmilben können das Gehör schädigen und den Gleichgewichtssinn beeinflussen. Milben können gut vom Tierarzt behandelt werden.


Ursachen: 

Ursachen für Milben sind in den allermeisten Fällen schlechte Hygiene. So können sich Parasiten bilden. Sie können auch von anderen Tieren, z.B. Hunden auf Kaninchen übertragen werden.

 

Symptome: 

Das Kaninchen kratzt sich oft an den Stellen mit Milbenbefall und kann sich so auch blutige Wunden zuziehen. m die Milben los zu werden, versucht das Kaninchen, sich zu ungewohn häufig zu schütteln. Hier ist genaues Beobachten gefragt. Milben sind Parasiten, die sich ins Blut saugen. Deshalb können auch gerötete Stellen an der Kaninchenhaut auftreten. Auch Fressunlust kann auftreten. Kaninchen in der Umgebung können sehr schnell angesteckt werden, hat einer einen Milbenbefall, haben die Mitbewohner ihn schnell auch.

 

Diagnose und Behandlung: 

Wenn man die Milbenkrankheit bemerkt, sollte man einen Tierarzt aufsuchen. Er kann die Milben vorest mit speziellen Werkzeugen entfernen und sie mit ins Labor holen, um sie zu diagnostizieren. Das Kaninchen bekommt abhänig von der ca. 20-30 Minuten dauernden Untersuchung unter dem Mikroskop verschiedene Medikamente oder Spritzen verabreicht, die auch nach der Behandlung beim Tierarzt regelmäßig angewendet werden müssen (je nach Aussage des Tierarztes ca. 1 Monat).

 

Prognose: 

Oft kann mit der Verwendung der Medikamente des Tierarztes diese Krankheit gut geheilt werden, wenn sie nicht schnon extrem weit fortgeschritten ist. Der Gang zum Tierarzt lohnt sich hier also!

 

Vorbeugung: 

Wenn man der Krankheit vorbeugen will, sollte man in erster Linie auf bessere Hygiene achten und das Futter auf Parasiten oder Würmer kontrollieren und diese ggf. entfernen. Wenn ein Kaninchen erkranken sollte, sollte es vorerst in einem Ersatzstall weit entfernt von seinen Mitbewohnern gehalten werden, damit sie nicht angesteckt werden, bis ein Termin beim Tierarzt ausgemacht wurde und die Behandlung abgeschlossen wurde.